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Annas Playlist


Heute mach ich mal was ganz was Abgefahrenes: Ich schreibe keine Kurzgeschichte, sondern rede über Playlists, genauer gesagt über meine Playlist. Da uns Sebastian Fitzek aktuell schon mit guter Musik in freudige Erwartung auf seinen neuen Thriller Playlist versetzt, habe ich mir überlegt, was ich denn so für „Lieblingslieder“ habe. Und zack fühlte ich mich in meine Jugend zurückversetzt; in die Zeit, in der ich vor dem Radio saß, Zeige- und Mittelfinger auf der Play- und Rec-Taste, in freudiger Erwartung, dass meine Lieblingssongs gespielt würden und ich sie auf Kassette auf… Naja, egal. Wir sind im Hier und Jetzt, und auch ich habe eine Playlist mit allen Songs, mit denen ich etwas ganz Besonderes verbinde. Auf dem Handy! Lasst uns ´reinhören und ich teile mit Euch zu jedem der 12 Titel meine persönliche Anekdote!


Zunächst erzähle ich Euch kurz, wie ich überhaupt zur Musik kam: Meine Mama besaß in den 80-ern einen Walkman, der mich im zarten Alter von drei Jahren schon sehr interessierte. Leider brauchte sie diesen beruflich; auf ihren Kassetten befanden sich aufgesprochene Texte, die sie abtippen musste. Für mich eher langweilig anzuhören! Da fasste sich mein Papa ein Herz und spielte zwei Songs von seinen Schallplatten auf eine Kassette: Ave Maria von Jennifer Rush und Midnight Lady von Chris Norman. Ansonsten war die Kassette leer – ich musste also alle paar Minuten zurückspulen. Die beiden Lieder liefen in Dauerschleife und ich wurde ihnen nicht überdrüssig, bis heute!


Wenn ich nicht gerade die Kopfhörer auf den Ohren trug, fuhr ich mit meinem Papa, dem Tierarzt, von Kuhstall zu Kuhstall. Dabei lief in voller Lautstärke die Erste Allgemeine Verunsicherung. Nun ratet mal, wer lauthals bei Küss die Hand schöne Frau mitgegrölt hat? Klar, ich mit meinem glockenhellen Sopran. Für Papa wars bestimmt witzig und ich war vor nicht allzu langer Zeit sogar auf der Abschiedstournee der EAV, weil ich die Lieder immer noch gerne höre.


Ein paar Jahre später war ich sonntags mal alleine zuhause. Und was tut man da als obercoole Teenagerin? Klar, man fleezt sich in Papas Sessel und sieht fern. Ratet, was lief! Okay, ich sag`s Euch: ABBA – Der Film. Bis dato war mir die schwedische Band noch nie bewusst aufgefallen. Ab diesem Moment liebte ich sie. Egal zu welchem Anlass: ABBA geht bei mir immer! Und mein allerliebstes Lieblingslied, wahrscheinlich, weil ich meinen Bruder so lieb habe, ist He is your brother.


Die Liebe zu ABBA und zur EAV teile ich mit meinem Papa. Mit meiner Mama verbindet mich You never walk allone von Mathou – weil wir uns immer zusammen die Vorabendserie Freunde fürs Leben reingezogen haben. Richtig gemütlich hatten wir es dabei. Und: Eine der Hauptdarstellerinnen war Pianistin. In einer Folge spielte diese auf einem weißen Flügel direkt am Meer. Eine Szene, an die mich meine Mama später immer erinnert hat, wenn ich Klavier üben musste – fürs Fernsehen reichen meine Künste bis heute noch nicht. Aber wenn dieses Lied im Radio läuft, schicke ich meiner Mama in Gedanken einen Kuss.


Haltet Euch fest – jetzt wird’s „fetzig“. Mit The Time Warp entdeckte ich die Welt der Musicals und meine große Liebe zur Rocky Horror Show. Nur eine meiner Klassenkameradinnen kannte die musikalisch aufbereitete Story um Frank N. Furter und Rocky – aber die eine reichte aus und mein erster Musical-Besuch mit ihr im Alter von 16 Jahren unter diversen Diversen war der mit Abstand geilste meines Lebens. Obwohl ich damals wahrscheinlich noch nicht alles gecheckt habe. By the way: Meine musikalische Liebe zu Meat Loaf war damit logischerweise auch entfacht.


Ja, mit dieser Musik wurde ich groß. Widmen wir uns nun noch ein paar Songs, die ich als Erwachsene kennen- und lieben lernte; wie Barfuß am Klavier von AnnenMayKentereit. Das kann ich hören, wenn ich gute Laune habe. Dann freue ich mich an der pervers-einzigartigen Hammerstimme und wünsche mir, ich könnte so singen und mich gleichzeitig so wunderbar am Klavier begleiten. Das kann ich aber auch hören, wenn ich traurig bin; laut aufgedreht befinde ich mich dann in einer großen, flauschigen Wolke, die die blöde Welt ganz weit weg erscheinen lässt.


Nun wird’s ein bisschen privater als sowieso schon. Und ich sage mal so viel: Mein so lieber Lebenspartner kann ja wirklich viel, aber singen kann er eher weniger bis gar nicht. Trotzdem hat er es einmal versucht – nur für mich, in einem ganz traurigen Moment. Er hat mir Ich wollte nie erwachsen sein von Peter Maffay vorgesungen. Ganz leise, ganz nahe an meinem Ohr und für mich ganz wunderschön. Seitdem muss ich, wenn ich dieses Lied höre, meistens ein bisschen weinen – weil ich glücklich bin, dass es ihn gibt.


Tanzen kann besagter Partner dafür sehr gut! Und das haben wir irgendwann einmal in einem fröhlichen Moment zu You`re in my Heart, you`re in my Soul von Rod Steward – zuhause, im Wohnzimmer.


Zum krönenden Abschluss gibt es jetzt noch drei Lieblingssongs, die mein Leben sowas von perfekt beschreiben. Lasst uns mit Do the right thing von Ages and Ages beginnen. Den kenne ich aus meiner absoluten Lieblingsserie The Blacklist. Und er erinnert mich auf so schöne Weise daran, stets das Richtige zu tun – und wenn ich scheitere, soll ich dran denken, dass ich nicht die Einzige bin, die im Leben ab und an strauchelt. So wahr, sehr motivierend und äußerst wohlklingend.


Ins gleiche Horn blasen da die Bee Gees – okay, eigentlich singen sie nur in den höchsten Tönen und spielen dazu Gitarre, aber egal. Der Sinn ist derselbe in You`ll win again. Laut aufgedreht kann man sich doch gar nicht anders fühlen, als dass alles, was ansteht, zu schaffen ist, oder?


Zu guter Letzt noch mein persönlicher struggle: die lieben Mitmenschen. Und damit meine ich nicht meine tolle Familie oder meine Herzensfreunde – nein, ich meine all jede, die wie aus dem Nichts auftauchen, um mir das Leben schwer zu machen, um meine Laune zu trüben und um meine Pläne zu zerstören (Und wer mich kennt, weiß, wie sehr ich an meinen Plänen und deren Einhaltung hänge!!). Was passt da besser als Oh No von Kreepa? Läuft das, muss ich in den allermeisten dramatischen Fällen dann doch trotzdem lachen.


Und nun viel Vergnügen beim Hören:




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